Monate: Mai 2015

Unsicherheit aushalten

 Wer gründet, geht neue Wege Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht. Joachim Ringelnatz Wer über neue Wege nachdenkt, muss Unsicherheit aushalten lernen. Warum? Immer wenn Sie Neues machen wollen, lösen Sie vorhandene Strukturen auf bzw. stellen sie zumindest in Frage. Sie verlassen vertraute Bahnen. Auf einmal scheint Vieles möglich – doch fehlt Ihnen (noch) das Skript, wie es genau weiter geht. Die alten Strukturen waren vielleicht einengend, langweilig und starr – aber sie gaben auch Halt. Geradlinig wussten Sie genau, wo es lang geht. Brechen die alten Sicherheiten weg oder rütteln Sie selbst an ihrer Starrheit, entsteht Weite. Auf einmal gibt es viele Möglichkeiten. Das kann beängstigend sein. Welchen Weg sollen Sie nun einschlagen? Es gibt viele Möglichkeiten, keiner ist so recht vertraut, keiner verspricht sicheren Erfolg. Der eine ist verheißungsvoller, vielleicht aber auch bedrohlicher, der nächste sicherer, aber auch langweiliger.   Sie wissen schlicht nicht, was Ihnen auf den neuen Wegen begegnen wird. Sie wissen nicht genau, wie alles geht. Sie wissen nicht, was auf Sie zukommt. Sie wissen nicht, wo …

Persönlich

Wer selbständig ist oder es vielleicht werden möchte, steht vor der Herausforderung sich etwas zu trauen, an die eigene Idee und Vision zu glauben, neue Schritte zu wagen. Er oder sie muss sich komplett neu organisieren – innerlich wie äußerlich. Erwachsen werden. Dieser Prozess fasziniert mich. Mich interessiert es, wie sich fachliche und unternehmerische Fragen mit diesem Wachstmsprozess verbinden müssen, damit Menschen für sich eine tragfähige Selbständigkeit schaffen und andererseits persönlich zufrieden sind. Ich bin Berufswegberaterin und Unternehmensberaterin, Soziologin und systemische Therapeutin. Seit Jahren berate ich Menschen, die sich beruflich neu auf den Weg machen – und ein großer Teil der Beratungen dreht sich um das Thema Gründung und Selbständigkeit. Ich berate Menschen dabei herauszufinden, womit sie sich selbständig machen wollen, ob eine Gründung für sie das richtige ist, wie das überhaupt geht, das Gründen wie man sein Unternehmen aufbaut, Kunden findet, Akquise macht, die Webseite gestaltet einen Businessplan schreibt und die Idee rechnet, an Fördergelder kommt wie man mit dem ganzen inneren Gefühls-Wirrwarr in der Zeit des Gründens umgeht – und mit dem ganzen …

Sie bestimmen selbst, was Erfolg ist

Wer sich selbständig macht, möchte Erfolg haben. Doch wer bestimmt, wann Sie erfolgreich sind? >Was müssen Sie erreichen, damit Sie denken: Jetzt habe ich es geschafft! Genügend Kunden? Viel Geld? Dass man über Sie spricht und Sie empfiehlt? Träumen Sie insgeheim davon, dass Menschen sagen: Geh mal zu der, die ist ganz toll? Egal, was Ihnen von außen suggeriert wird. Wichtig ist, dass Sie selbst definieren, wann Sie erfolgreich sind. Wissenschaftliche Studien belegen: Wichtig ist nicht die absolute Höhe des erzielten Einkommens dafür, ob sich jemand als erfolgreich ansieht – wichtig ist vor allen Dingen die eigene persönliche Zufriedenheit. Im Klartext: Ob Sie erfolgreich sind, ist eine Frage des Maßstabs, den Sie anlegen. Und dieser entscheidet, ob Sie mit sich selbst zufrieden sind: Sie haben nur wenige Aufträge, aber eigentlich ist das gerade ganz richtig, weil Sie alles Andere noch überfordern würde? Prima! Erlauben Sie es sich. Sie verdienen nur wenig Geld, aber Ihre Selbständigkeit erfüllt Sie? Super! Auch das darf sein. Lassen Sie nicht zu, dass andere darüber urteilen, wie eine „richtige” Selbstständigkeit auszusehen …

Aufbruch ins Ungewisse

Wer gründet, weiß mitunter nicht genau, wo’s lang geht Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein Unternehmen gründen wollen oder wenn Sie schon längst Unternehmerin sind? Legen Sie Ihre Ziele fest, planen die zur Erreichung nötigen Schritte – und dann gehen Sie den geplanten Weg? Was machen erfolgreiche UnternehmerInnen? In den letzten Jahren machte ein neuer Ansatz namens „Effectuation“ in der Gründungsforschung von sich reden. 10 Jahre hatte eine indisch-stämmige Amerikanerin namens Saras Sarasvathy zu der Frage geforscht: Wie denken und handeln erfolgreiche Unternehmer? Ihre Ergebnisse sorgten für Überraschung in der Fachwelt. Nicht planvolles Handeln erwies sich als entscheidender Erfolgsfaktor, sondern die Fähigkeit, mit Ungewissheit umzugehen. Warum Ungewissheit? Unsere Umwelt ist komplex und nicht vorhersagbar. Unternehmen schaffen die Märkte manchmal erst, in denen sie sich dann bewegen. Solange es ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht gibt, kann im Grunde niemand mit Gewissheit vorhersagen, wie der Markt reagieren wird. Es gilt also zu handeln, ohne den Erfolg genau prognostizieren zu können. Es zeigte sich: Erfolgreiche UnternehmerInnen nehmen Gelegenheiten wahr. Sie haben eine Vision, wo Sie hin …

Blockaden

Drei Schritte vor, zwei zurück Mir begegnen immer wieder Menschen, die auf ihrem Weg in die Selbständigkeit blockiert sind. Weil der Zeitpunkt nicht stimmt, weil die Idee noch nicht die Richtige ist, weil sie vor etwas Angst haben – es bewegt sich nicht viel. Ist die Klärung da, die richtige Idee gefunden, sind innere und äußere Stolpersteine weg, die Schritte klar, kann jedoch alles auf einmal ganz schnell gehen. Jemand, der noch unklar ist, vermittelt u.U. den Eindruck, für eine Gründung nicht geeignet zu sein. Von außen erlebbar ist dies als Zögern, als Krebsgang – drei Schritte vor, zwei zurück, einer seitwärts. „Ich will ja, aber ich habe Angst.” – Oder: „Ich weiß ja nicht. Meinst Du wirklich?” Befürchtungen haben die Oberhand. Ist in Ihnen alles am richtigen Platz, ist das auch außen zu merken. Dann erleben andere, dass Sie Ihre Idee gut finden. Sie erzählen gerne von Ihrem Unternehmen, weil Sie selbst begeistert sind. Leidenschaft strahlt Leute, die eine Idee mit ganzer Kraft und Leidenschaft verfolgen, haben oft eine große Ausstrahlung – sie erzeugen …

Kein Berg ohne Tal

Warum es gut ist, das Scheitern zu entdramatisieren Wer läuft schon gerne mit dem Kopf vor die Wand? Wer möchte sich selbständig machen und pleite gehen? Wer will der Welt verkünden, eine tolle Geschäftsidee zu haben – die sich dann doch nicht realisieren lässt? Wir Deutschen sind ein Volk der Misserfolgsvermeider. Am liebsten möchten wir immer gewinnen. „Jeder Schuss ein Treffer” – so hätten wir’s gerne. Doch leider entspricht dies nicht der Lebenserfahrung. Wer eigene Weg gehen will und sichere Pfade verlässt, landet schon mal im Dickicht und muss erkennen, dass er/sie in die falsche Richtung gelaufen ist. Da hilft nur umdrehen und es neu versuchen. Ein Risiko bleibt immer Aber ist es nicht möglich, durch gute Vorbereitung, durch gründliches Überlegen und Abwägen Fehler zu vermeiden? Sollten Experten Sie nicht davon abhalten, Zeit, Energie und vielleicht Geld in Projekte zu stecken, die am Ende schief gehen? Ist es nicht gut, erst dann zu handeln, wenn man sicher weiß, dass der Erfolg garantiert ist? Natürlich: Sie können Risiken abschätzen und Gefahren minimieren. Sie können möglichst Vieles …

Loslassen

Platz schaffen für Neues Gibt es Projekte in Ihrem Leben, die nur noch Energie, Nerven, Zeit und/oder Geld fressen, ohne Ihnen Freude zu machen? Gibt es Menschen in Ihrem Leben, bei denen die Bilanz zwischen dem, was Sie investieren und dem, was Sie bekommen, dauernd und nachhaltig gestört ist? Gibt es Rituale und Gewohnheiten, an denen Sie festhalten, nur weil Sie das schon lange so machen? Es ist Ihr Leben. Dieser Moment ist so gut wie jeder andere, um Bestandsschau zu halten. Was soll und darf in Ihrem Leben bleiben? Wovon wollen Sie sich trennen? Eine Freundin von mir verfolgt nun seit fast einem Jahr das Projekt, ihr Leben von Überflüssigem und längst Vergangenem zu reinigen. Stück für Stück ist sie durch ihr Leben gegangen und hat sich bei allem gefragt: Macht mich dieses Teil noch glücklich? Eine wunderbare Frage, finde ich. Einfach und alltagstauglich. Der uralte Schlafanzug für kuschelige Abende, ausgewaschen und längst nicht mehr schön? Ja, er macht mich glücklich. Der Fehlkauf im Schrank? Nein, hat mich eigentlich nie glücklich gemacht. Schwieriger wird …

Hilfe – ich bin selbst verantwortlich!

Gründen ist wie nochmal erwachsen werden Wann Sie arbeiten, wie Sie arbeiten, ob Sie sich unliebsamen Aufgaben stellen oder sich eher drücken. Wenn Sie selbständig sind, entscheiden Sie selbst, was Sie tun. Und Sie baden es auch, wenn’s daneben geht. Kein nörgelnder Chef – Sie sind frei Keiner ist da, der Ihnen sagt, was Sie tun sollen. Wunderbar. Endlich kein nörgelnder Chef, bevormundende Kollegen, strikte Regeln und Rahmenbedingungen. Sie sind frei. Doch kann die neue Freiheit manchmal auch ganz schön beängstigend sein. Plötzlich gibt es keinen mehr, über den man schimpfen kann, wenn’s nicht läuft. Ob Sie erfolgreich sind oder nicht – es hängt von Ihnen ab. Keiner sagt, wie es geht Keiner sagt, wie es geht. Keiner sagt, was man tun soll. Keiner trägt die Verantwortung. Dabei wissen Sie doch oft selbst nicht, wo es lang geht. Wer gründet, geht alle Wege neu. Wer selbständig ist, steht immer wieder vor neuen Herausforderungen. Zwar können Sie von anderen lernen. Sie können Helfer und Begleiter finden. Doch gehen müssen Sie am Ende selbst. Doch wie wird …

Mit Aufschieben kommt man im Leben selten weiter

Wie motiviere ich mich selbst, Unangenehmes anzugehen   Der unangenehme Anruf, das klärende Gespräch mit dem Geschäftspartner, die Vorbereitung des Vortrags, die Bearbeitung der Kunden-Unterlagen – Sie sollen es tun, irgendwie wollen Sie es tun. Sie gehen aber nicht dran. Sie merken, Sie drücken sich. Zum 3. Mal schauen Sie in die aktuellen Mails – vielleicht ist da ja eine angenehme dabei. Sie studieren die neuesten Facebook-Nachrichten. Sie schauen eben noch in die Zeitung. Irgendein eigentlich gar nicht so dringendes Projekt wird auf einmal vorgezogen. Sie kümmern sich um die Wäsche. Sie tun alles nur nicht das, was Sie eigentlich tun sollten. Tun wollten. Wollen Sie wirklich? Warum tun Sie es dann nicht einfach? Wollten Sie wirklich, würden Sie doch dran gehen. Oder? Sie meiden, weil irgendetwas unangenehm an dem ist, was Sie machen sollen. Sie fühlen sich der Sache nicht ganz gewachsen. Sie wissen, Sie sind hintendran. Sie befürchten, dass Sie bei dem Ganzen keine gute Figur abgeben werden. Sie wissen nicht genau, wie Sie es anstellen sollen. Auf alle Fälle gibt es einen …

Manchmal ist alles zäh

Wenn die Lust Pause macht Ich liebe meine Arbeit und halte mich für privilegiert, so einen tollen Job zu haben. Und dennoch: Manchmal habe ich einfach keine Lust. Ich möchte ausbrechen, weglaufen, die Seele baumeln lassen. Am liebsten würde ich schwimmen gehen, einen Stadtbummel machen. Oder einfach im Bett bleiben. Genüsslich mit einer Tasse Kaffee und einem guten Buch. Decke über den Kopf. Ich bin heute nicht da. Was nun? Erstmal Innenschau. Was ist eigentlich los? Gibt es etwas, wovor ich Angst habe? Was mir Unbehagen bereitet und was ich deshalb meiden möchte? Nein, Fehlanzeige. Das ist es nicht. Bin ich erschöpft? War’s einfach zu viel in letzter Zeit? Das kenne ich gut von mir. Wenn es in meinem Leben „zu viel des Guten“ gibt, kippt meine Lust. Dann will ich nicht, was ich sonst begeistert tue. Meine Seele zieht die Notbremse und verweigert sich. Lust habe ich dann nur noch auf mich selbst. Habe ich eigentlich genug Spass gerade? Genug Freizeit, Entspannung, Loslassen, Inspirierendes? Ab und zu braucht es einfach Highlights. Geht alles gemächlich …