Alle Artikel mit dem Schlagwort: Unsicherheit

Wer geht gerne zu Visitenkartenpartys?

Oder: Wie geht gutes Netzwerken? Vor einigen Wochen waren ich in Haus Marck; das ist ein Wasserschloss südlich von Tecklenburg. Eingeladen hatte die Hausherrin, Ricarda von Diepenbrock-Grüter im Rahmen eines Unternehmerinnen-Frühstücks der IHK-Frauen. Ein wunderschöner Ort. Nette Frauen. Ein tolles Buffet. In der Sonne sitzen, plaudern und ins Grün und auf die Gräfte schauen. So gefällt mir Netzwerken. Ich liebe es, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Es gibt so viele Veranstaltungen, Vorträge, Seminare und Netzwerk-Treffen. Soll man überall hingehen? Oder nur zu den „nützlichen“? Aber welche sind das? Wie geht produktives Netzwerken? Ich habe irgendwann beschlossen, dass ich nicht überall sein kann – dann käme ich nämlich nicht mehr zum Arbeiten. Also suche ich mir die raus, die mich interessieren und bei denen ich mich wohl fühle. Frei nach dem Motto: Wenn es mir gut geht und die Energie fließt, dann passt auch was. Was macht das eine Netzwerk-Treffen angenehm, das andere nicht? Warum sind die Visitenkartenpartys bei den meisten so unbeliebt? Da kommen einige Punkte zusammen: Wenn Du zu einer solchen Veranstaltung …

Dein innerer Kritiker

Sie stehen in den Startlöchern, sich selbständig zu machen? Sie sind selbständig und denken über neue Projekte und Geschäftszweige nach? Sie sind DesignerIn, MusikerIn, AutorIn oder KünstlerIn und Ihr Job ist die Produktion und Gestaltung kreativer Ideen? Genial oder ein Flop? Alle, die etwas Neues erschaffen – ob im Bereich Kunst oder Musik, als UnternehmerIn oder als Führungskraft – kennen die innere Frage: Ist das genial, was ich hier tue – oder wird das ein großer Flop? Bevor wir mit Neuem in die Welt gehen, findet in uns ein innerer Abwägungsprozess statt. Wir versuchen abzuschätzen, ob unser Tun gut ankommen wird. Aus ganz handfesten Gründen, weil wir Geld verdienen wollen mit einer Idee, einen Auftraggeber zufrieden stellen wollen oder weil uns Inhalte am Herzen liegen. Aber auch weil wir etwas von uns hinein geben in ein Werk. Sie stecken selbst in dem, was Sie in die Welt bringen wollen – sei es ein Theaterstück, Ihre Kunst oder Ihre Selbständigkeit. Sie nehmen etwas von sich, formen es und geben sich hinein in Ihr Tun und Ihr …

Wie misst man Qualität?

Sie sinken in das Hotelbett; es ist angenehm weich. Der Raum ist schön eingerichtet; das Badezimmer ist modern und sauber. Der Blick aus dem Fenster geht ins Grüne. Sie merken sofort: Hier werden Sie sich wohl fühlen. Ja, so wünschen wir uns das, wenn wir ein Hotel buchen. Aber was machen Sie im Vorhinein, also bevor Sie los fahren, um eine Idee zu bekommen, was das richtige Hotel ist, dass Ihnen dieses Erlebnis bescheren wird? Sie sind ja noch nicht dort gewesen, sondern müssen beim Buchen die Zukunft irgendwie vorhersehen? Woran können Sie ablesen, ob Sie die Qualität erwartet, die Sie sich wünschen? Qualitätssurrogate nennt Herman Scherer das, was wir suchen – Anzeichen, die es Ihnen ermöglichen die Qualität einer Dienstleistung einzuschätzen, bevor Sie sich persönlich ein Bild machen können: * Sie können nach Sternen entscheiden – z.B. mindestens 3 Stern oder 4 Sterne… Doch ein Garant sind die Sterne nicht, denn so manches eigentliche eher schäbige Hotel hat den Stern bekommen, weil es noch einen Flachbildschirm und einen Wasserkocher ins Zimmer gestellt hat. Ein …

Wissen, was die Zukunft bringt

Über die Last des Entscheidens Unsere Sehnsucht ist groß nach Gewissheit. Wir wünschen uns Orientierung in der Unübersichtlichkeit des modernen Lebens. So viele Entscheidungen und Möglichkeiten. Wie geht gelungenes Leben? Wenn wir in diese Richtung hier abbiegen – haben wir dann vielleicht die große Chance unseres Lebens verpasst? Werden wir in Jahren und Jahrzehnten den Schritt bedauern, den wir jetzt tun? Wie gehen Menschen um mit dem Zwang zur Entscheidung; welche Strategien wählen sie, um die für sie richtige Entscheidung zu fällen? Gar nicht zu entscheiden, Entscheidungen zu vermeiden oder wenigstens hinaus zu zögern, ist EIN Weg, nicht die falsche Entscheidung zu fällen. Bei vielen jungen Menschen fällt mir auf, dass sie es besonders schwer haben mit dem Entscheiden. Am liebsten würden sie die eigentliche Wahl möglichst lange nicht treffen. Sie sind groß geworden mit einer Welt der Fülle – und der Botschaft „Du kannst alles tun, was Du willst. Aber tu bloß das Richtige“. Bei vielen führt dies zu der Strategie, sich möglichst lange alles offen halten zu wollen. Sie fällen Entscheidungen, die sie …

Unsicherheit aushalten

 Wer gründet, geht neue Wege Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht. Joachim Ringelnatz Wer über neue Wege nachdenkt, muss Unsicherheit aushalten lernen. Warum? Immer wenn Sie Neues machen wollen, lösen Sie vorhandene Strukturen auf bzw. stellen sie zumindest in Frage. Sie verlassen vertraute Bahnen. Auf einmal scheint Vieles möglich – doch fehlt Ihnen (noch) das Skript, wie es genau weiter geht. Die alten Strukturen waren vielleicht einengend, langweilig und starr – aber sie gaben auch Halt. Geradlinig wussten Sie genau, wo es lang geht. Brechen die alten Sicherheiten weg oder rütteln Sie selbst an ihrer Starrheit, entsteht Weite. Auf einmal gibt es viele Möglichkeiten. Das kann beängstigend sein. Welchen Weg sollen Sie nun einschlagen? Es gibt viele Möglichkeiten, keiner ist so recht vertraut, keiner verspricht sicheren Erfolg. Der eine ist verheißungsvoller, vielleicht aber auch bedrohlicher, der nächste sicherer, aber auch langweiliger.   Sie wissen schlicht nicht, was Ihnen auf den neuen Wegen begegnen wird. Sie wissen nicht genau, wie alles geht. Sie wissen nicht, was auf Sie zukommt. Sie wissen nicht, wo …

Aufbruch ins Ungewisse

Wer gründet, weiß mitunter nicht genau, wo’s lang geht Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein Unternehmen gründen wollen oder wenn Sie schon längst Unternehmerin sind? Legen Sie Ihre Ziele fest, planen die zur Erreichung nötigen Schritte – und dann gehen Sie den geplanten Weg? Was machen erfolgreiche UnternehmerInnen? In den letzten Jahren machte ein neuer Ansatz namens „Effectuation“ in der Gründungsforschung von sich reden. 10 Jahre hatte eine indisch-stämmige Amerikanerin namens Saras Sarasvathy zu der Frage geforscht: Wie denken und handeln erfolgreiche Unternehmer? Ihre Ergebnisse sorgten für Überraschung in der Fachwelt. Nicht planvolles Handeln erwies sich als entscheidender Erfolgsfaktor, sondern die Fähigkeit, mit Ungewissheit umzugehen. Warum Ungewissheit? Unsere Umwelt ist komplex und nicht vorhersagbar. Unternehmen schaffen die Märkte manchmal erst, in denen sie sich dann bewegen. Solange es ein Produkt oder eine Dienstleistung nicht gibt, kann im Grunde niemand mit Gewissheit vorhersagen, wie der Markt reagieren wird. Es gilt also zu handeln, ohne den Erfolg genau prognostizieren zu können. Es zeigte sich: Erfolgreiche UnternehmerInnen nehmen Gelegenheiten wahr. Sie haben eine Vision, wo Sie hin …

Blockaden

Drei Schritte vor, zwei zurück Mir begegnen immer wieder Menschen, die auf ihrem Weg in die Selbständigkeit blockiert sind. Weil der Zeitpunkt nicht stimmt, weil die Idee noch nicht die Richtige ist, weil sie vor etwas Angst haben – es bewegt sich nicht viel. Ist die Klärung da, die richtige Idee gefunden, sind innere und äußere Stolpersteine weg, die Schritte klar, kann jedoch alles auf einmal ganz schnell gehen. Jemand, der noch unklar ist, vermittelt u.U. den Eindruck, für eine Gründung nicht geeignet zu sein. Von außen erlebbar ist dies als Zögern, als Krebsgang – drei Schritte vor, zwei zurück, einer seitwärts. „Ich will ja, aber ich habe Angst.“ – Oder: „Ich weiß ja nicht. Meinst Du wirklich?“ Befürchtungen haben die Oberhand. Ist in Ihnen alles am richtigen Platz, ist das auch außen zu merken. Dann erleben andere, dass Sie Ihre Idee gut finden. Sie erzählen gerne von Ihrem Unternehmen, weil Sie selbst begeistert sind. Leidenschaft strahlt Leute, die eine Idee mit ganzer Kraft und Leidenschaft verfolgen, haben oft eine große Ausstrahlung – sie erzeugen …