Alle Artikel mit dem Schlagwort: Solounternehmer

Wer geht gerne zu Visitenkartenpartys?

Oder: Wie geht gutes Netzwerken? Vor einigen Wochen waren ich in Haus Marck; das ist ein Wasserschloss südlich von Tecklenburg. Eingeladen hatte die Hausherrin, Ricarda von Diepenbrock-Grüter im Rahmen eines Unternehmerinnen-Frühstücks der IHK-Frauen. Ein wunderschöner Ort. Nette Frauen. Ein tolles Buffet. In der Sonne sitzen, plaudern und ins Grün und auf die Gräfte schauen. So gefällt mir Netzwerken. Ich liebe es, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Es gibt so viele Veranstaltungen, Vorträge, Seminare und Netzwerk-Treffen. Soll man überall hingehen? Oder nur zu den „nützlichen“? Aber welche sind das? Wie geht produktives Netzwerken? Ich habe irgendwann beschlossen, dass ich nicht überall sein kann – dann käme ich nämlich nicht mehr zum Arbeiten. Also suche ich mir die raus, die mich interessieren und bei denen ich mich wohl fühle. Frei nach dem Motto: Wenn es mir gut geht und die Energie fließt, dann passt auch was. Was macht das eine Netzwerk-Treffen angenehm, das andere nicht? Warum sind die Visitenkartenpartys bei den meisten so unbeliebt? Da kommen einige Punkte zusammen: Wenn Du zu einer solchen Veranstaltung …

Hochbegabung und Gründung Teil III

Kreativität und Ordnung Erfolgreich ist eine gute Geschäftsidee leider nicht von selbst – irgendwo zwischen Genialität und stetigem Aufbau liegt der Geschäftserfolg. Daher gilt es, gute Strukturen zu schaffen. Manche Hochbegabte sind sehr strukturiert – andere tendieren zum kreativen Chaos. Wer zur letzten Gruppe gehört, wird Mittel und Wege finden müssen, den eigenen Tages- und Wochenablauf so zu planen, dass Wichtiges geschieht und nur Unwesentliches liegen bleibt. Es gilt, der Kreativität und den Wachstums-Impulsen Raum zu lassen – und dennoch Ordnungen zu finden. Das braucht Ausprobieren. Was ist eine gute zeitliche Ordnung? Wie können Pläne und Listen aussehen, die dafür sorgen, dass nichts Wichtiges vergessen wird? Wann ist die Planung zu eng, wann ungenügend? Man macht sich ja schließlich nicht selbständig, um Sklave der eigenen Ordnung zu werden….. Andererseits ist schon so mancher kreative „Daniel Düsentrieb“ daran gescheitert, Steuertermine im Blick zu behalten. Wer solo-selbständig ist, wird zum eigenen Chef und zum besten Mitarbeiter, zur Kreativ- und zur Marketing-Abteilung. In Personalunion sind Sie: * Chef und Führungskraft Der Chef darf die strategische Linie bestimmen. Sein …

Wie misst man Qualität?

Sie sinken in das Hotelbett; es ist angenehm weich. Der Raum ist schön eingerichtet; das Badezimmer ist modern und sauber. Der Blick aus dem Fenster geht ins Grüne. Sie merken sofort: Hier werden Sie sich wohl fühlen. Ja, so wünschen wir uns das, wenn wir ein Hotel buchen. Aber was machen Sie im Vorhinein, also bevor Sie los fahren, um eine Idee zu bekommen, was das richtige Hotel ist, dass Ihnen dieses Erlebnis bescheren wird? Sie sind ja noch nicht dort gewesen, sondern müssen beim Buchen die Zukunft irgendwie vorhersehen? Woran können Sie ablesen, ob Sie die Qualität erwartet, die Sie sich wünschen? Qualitätssurrogate nennt Herman Scherer das, was wir suchen – Anzeichen, die es Ihnen ermöglichen die Qualität einer Dienstleistung einzuschätzen, bevor Sie sich persönlich ein Bild machen können: * Sie können nach Sternen entscheiden – z.B. mindestens 3 Stern oder 4 Sterne… Doch ein Garant sind die Sterne nicht, denn so manches eigentliche eher schäbige Hotel hat den Stern bekommen, weil es noch einen Flachbildschirm und einen Wasserkocher ins Zimmer gestellt hat. Ein …

Am Ende wird Aschenputtel Prinzessin

Nicht nur die sind erfolgreich, denen der Erfolg in die Wiege gelegt wurde In den letzten Jahren ist für immer mehr Menschen eine Gründung in den Bereich des Möglichen gerückt. Die meisten von ihnen wollen nicht ein Unternehmen a la Siemens gründen, sondern eine Idee verwirklichen, ihren Lebensunterhalt auf eine Weise sichern, die sie erfüllt und die ihnen Spaß macht. Wenn die Unternehmen größer werden, dann hat das etwas mit der Sache zu tun – eine Gaststätte oder eine Eisdiele zu führen, ist alleine zu aufreibend; ein Zeichenbüro mit guten Aufträgen braucht Mitarbeiter, die Öffnungszeiten eines Bioladens lassen sich alleine nicht abdecken. Hinter diesen Unternehmen stehen eine oder mehrere Personen mit ihren Wünschen, Eigenschaften und Fähigkeiten, die Urheber und Motor der Gründung sind. Die Gründer dieser Unternehmen sind im Regelfall nicht als zukünftige Unternehmer geboren worden, sondern haben sich irgendwann gefragt: „Vielleicht ist das eine Option mit der Selbständigkeit. Soll ich das wirklich machen? Wird mich das glücklich machen? Ist eine Selbständigkeit so, wie ich sie mir vorstelle? Welches Risiko gehe ich ein – finanziell …

Anfangen

Unternehmerin sein lässt sich lernen Als ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich viele Bücher gelesen. Was ich jedoch nur wenig gefunden habe, waren Menschen und Autoren, die mir konkret erzählt haben, wie es ihnen gegangen ist, als sie gegründet haben. Erfolgreiche Unternehmer erzählen häufig ausschließlich die Erfolgs-Storys – als hätten sie schon immer alles gewusst und wären sich immer sicher gewesen. Nur wenige erzählen von Rückschlägen, Zweifeln und Niederlagen. Nur langsam ändert sich die Gesprächskultur und Menschen berichten auch von dem, was bei ihnen schief gelaufen ist. Obwohl ich Betriebswirtschaft studiert hatte und das Vokabular kannte, haben mich diese Erfolgs-Storys oder rein sachlich gehaltenen Gründungsratgeber eher verschreckt als motiviert. Das fachliche Knowhow dieser Bücher ist schätzenswert und wichtig – aber sie berücksichtigten meine Gefühle nicht. Obwohl es bei einer Gründung doch darum geht, etwas innerlich Großes auf den Weg zu bringen, spielten die dazu gehörigen Träume und Ängste keine Rolle. In den letzten 18 Jahren habe ich viele Menschen in die Selbständigkeit und in der Selbständigkeit begleitet und beraten und viel von ihnen gelernt. …