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Hochbegabung und Gründung Teil III

Kreativität und Ordnung

Erfolgreich ist eine gute Geschäftsidee leider nicht von selbst – irgendwo zwischen Genialität und stetigem Aufbau liegt der Geschäftserfolg. Daher gilt es, gute Strukturen zu schaffen.

Manche Hochbegabte sind sehr strukturiert – andere tendieren zum kreativen Chaos. Wer zur letzten Gruppe gehört, wird Mittel und Wege finden müssen, den eigenen Tages- und Wochenablauf so zu planen, dass Wichtiges geschieht und nur Unwesentliches liegen bleibt. Es gilt, der Kreativität und den Wachstums-Impulsen Raum zu lassen – und dennoch Ordnungen zu finden. Das braucht Ausprobieren. Was ist eine gute zeitliche Ordnung? Wie können Pläne und Listen aussehen, die dafür sorgen, dass nichts Wichtiges vergessen wird? Wann ist die Planung zu eng, wann ungenügend? Man macht sich ja schließlich nicht selbständig, um Sklave der eigenen Ordnung zu werden….. Andererseits ist schon so mancher kreative „Daniel Düsentrieb“ daran gescheitert, Steuertermine im Blick zu behalten.

Wer solo-selbständig ist, wird zum eigenen Chef und zum besten Mitarbeiter, zur Kreativ- und zur Marketing-Abteilung. In Personalunion sind Sie:

* Chef und Führungskraft

Der Chef darf die strategische Linie bestimmen. Sein Job ist es, langfristige Ziele und wichtige Kunden im Blick behalten. Er muss dafür sorgen, dass zum richtigen Zeitpunkt das Wichtige passiert. Vor allen Dingen muss der Chef die anderen Mitarbeiter motivieren, die eigentliche, vielleicht manchmal auch zähe Arbeit auch zu machen. Und loben, wenn sie gelungen ist.

* Kreativ- und Entwicklungs-Abteilung

Hier brennt das Feuer. Hier darf kreativ ausprobiert, gedacht, geträumt und gesponnen werden. Viele Hochbegabte lieben diesen Part, haben immer neue Ideen und Projekte genießen es, dass sie als Selbständige ungebremst innovativ sein dürfen. Zum Problem wird dieses Team-Mitglied, wenn es auf Kosten aller anderen, allen Raum und alle Zeit für sich beansprucht. Dann bleiben wichtige, aber vielleicht langweilige Dinge liegen.

* Mitarbeiter

Das ist der Facharbeiter, der den eigentlichen Job macht. Wenn der Chef gut gesorgt hat und einen klaren Rahmen gesteckt hat, kann er sich ganz auf seine Aufgabe konzentrieren und sie genießen

* Akquise und Vertrieb

Wer selbständig ist, hat nur Arbeit, wenn auch der unternehmerische Part funktioniert. Es braucht also einen inneren Mitspieler, der bereit ist für Kunden und Aufträge zu sorgen. In enger Abstimmung mit dem Chef muss er langfristig denken und hat ganz eigene Herausforderungen zu bewältigen. 90 % der GründerInnen graust es vor Kalt-Akquise – es gilt also, die eigene Kreativität für spannende Werbe-Ideen zu nutzen.

* Verwaltung

Steuertermine im Blick, Telefonate und Kunden-Mails rechtzeitig beantworten, Rechnungen schreiben, die Buchführung machen – auch dieser Part braucht feste Strukturen.

Wer erfolgreich sein will, muss ein gutes Miteinander im inneren Team schaffen. Jeder braucht den richtigen Platz; jede Rolle muss ausgefüllt sein.

Eine gute Organisation, flexibel und nicht zu starr – schließlich soll das Selbständig-sein Spaß machen, die dennoch dafür sorgt, dass das Wesentliche auch gemacht ist, ist notwendig.

Entspannung darf sein

Und wenn alles gut gelingt, dann entsteht die nächste Herausforderung: nämlich auch mal loszulassen. Von außen sind in der Selbständigkeit keine Grenzen vorgegeben. Es geht darum, sie selbst zu setzen. Dies ist gar nicht so leicht, wenn ein perfektionistischer innerer Antreiber immer mehr tun möchte – und zusätzlich die Aufgabe sogar Spaß macht und Belohnungen verspricht. Gerade weil die Lust am Tun so groß ist bei Hochbegabten, die endlich ihre Berufung und Aufgabe gefunden haben, ist es u.U. schwierig, mal Fünfe gerade sein zu lassen und einfach die Sonne zu genießen.

Wann reicht es, wenn man immer noch mehr tun könnte und alles noch besser sein könnte?

Auch da hilft gute Planung – sie kann nämlich auch die Meßlatte fürs Aufhören sein – „Wenn ich das geschafft habe, mach ich Feierabend“ -ohne mir gleich das nächste Projekt vorzunehmen.

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