Alle Artikel in: Selbständig

Geeignet für die Selbständigkeit?

Teil 1: Wer kann unternehmerische Eignung attestieren? Eine Kundin erzählt von einem Gründungsseminar. Sie bekommt Input, sie engagiert sich – am Ende bekommt sie das Feedback, sie solle ihr Geld lieber weiterhin als Kassiererin verdienen. Sie sei als Unternehmerin ungeeignet. Wohlgemerkt – wir sprechen über eine Akademikerin. Mir bleibt die Luft weg, wenn ich solche Erzählungen höre. Auf welcher Basis erlaubt sich ein Referent nach kurzen Eindrücken innerhalb eines Seminars ein solches Urteil? Mit welcher Berechtigung maßen sich Berater an, nach kurzer Zeit über die generelle unternehmerische Eignung eines Menschen zu urteilen? Ich staune immer wieder über die Selbstverständlichkeit mit der Menschen glauben, solche Urteile fällen zu können und zu dürfen. In der Berater-Szene rühmt sich so mancher, dass er schnell einschätzen kann, ob „jemand das Zeug dazu hat“…. Andere brüsten sich unverblümt, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen: „Das sage ich jemandem offen ins Gesicht, wenn ich ihn für ungeeignet halte“ Frage: Welche Bilder von Unternehmertum und Selbständigkeit kursieren da? Was nimmt ein Berater wahr? Mit welchem Selbstverständnis ist er unterwegs, dass …

Die Kunst, NEIN zu sagen

Am Anfang geht es vor allen Dingen um Aufträge, später um Balance….. Die Anfangsphase einer Gründung ist für fast jede*n von der Sorge geprägt, dass es nicht klappt. Geht mein Geschäftsmodell auf? Bin ich gut genug? Gibt es Menschen, die haben wollen, was ich anbiete? Und vor allen Dingen genügend viele? Wie lange wird es dauern, bis ich von meiner Selbständigkeit leben kann – bzw. wird mir das überhaupt gelingen? Eine bange Zeit und mancher hat die eine oder andere schlaflose Nacht. Das Ziel: Genügend Aufträge, genügend Kunden. Die Idee: Dann habe ich es geschafft. Dann ist es leicht. Dann fühlt sich die Selbständigkeit sicher und entspannt an. Dann beginnt eine Zeit der Leichtigkeit. Stimmt das? Ja. Natürlich. Es ist hoch-befriedigend zu merken, dass die eigene Idee ankommt. Es ist ausgesprochen beruhigend, wenn genügend Geld reinkommt und das Bankkonto im Plus ist. Es gibt einen inneren Teil, der zur Ruhe kommt, weil das Projekt Selbständigkeit gelingt. Bei den meisten. Doch selten tritt ein, was einst die Idee war: Ruhe, Frieden, Wohlgefühl und Entspannung. Denn was …

Schneller, höher, weiter…

Eigentlich läuft es doch ganz gut. Gemessen an dem, was Sie sich mal vorgenommen hatten, sind Sie erfolgreich. Wichtige Ziele sind erreicht. Sie können von Ihrer Selbständigkeit leben. Sie haben erste Aufträge… Doch dann sprechen Sie mit einem Kollegen und stellen fest: Er kann bei seinen Kunden viel höhere Honorare durchsetzen als Sie. Oder Sie sehen, dass ein wichtiger Mitbewerber es geschafft hat, einen Kunden zu gewinnen, bei dem Sie gerne landen wollten. Sie stellen fest, dass andere weiter sind, sich offensichtlich besser vermarkten können, selbstbewusster verhandeln oder interessante neue Angebote haben. Machen Sie etwas falsch? Neid steigt in Ihnen hoch. Sorge. Agieren Sie am Markt vorbei? Werden Sie zukünftig weniger Erfolg haben? Die Konkurrenz im Blick Als UnternehmerIn müssen Sie den Markt und Ihre MitbewerberInnen im Blick haben. Für Ihren unternehmerischen Erfolg ist es essentiell, wichtige Entwicklungen nicht zu verpassen: Ihre Mitbewerber sind in den sozialen Medien aktiv – wie lange können sie es sich leisten, nicht dort zu sein? Gefühlt alle haben einen Blog – sollten Sie nicht auch bloggen? Ihre KollegInnen haben …

Dein innerer Kritiker

Sie stehen in den Startlöchern, sich selbständig zu machen? Sie sind selbständig und denken über neue Projekte und Geschäftszweige nach? Sie sind DesignerIn, MusikerIn, AutorIn oder KünstlerIn und Ihr Job ist die Produktion und Gestaltung kreativer Ideen? Genial oder ein Flop? Alle, die etwas Neues erschaffen – ob im Bereich Kunst oder Musik, als UnternehmerIn oder als Führungskraft – kennen die innere Frage: Ist das genial, was ich hier tue – oder wird das ein großer Flop? Bevor wir mit Neuem in die Welt gehen, findet in uns ein innerer Abwägungsprozess statt. Wir versuchen abzuschätzen, ob unser Tun gut ankommen wird. Aus ganz handfesten Gründen, weil wir Geld verdienen wollen mit einer Idee, einen Auftraggeber zufrieden stellen wollen oder weil uns Inhalte am Herzen liegen. Aber auch weil wir etwas von uns hinein geben in ein Werk. Sie stecken selbst in dem, was Sie in die Welt bringen wollen – sei es ein Theaterstück, Ihre Kunst oder Ihre Selbständigkeit. Sie nehmen etwas von sich, formen es und geben sich hinein in Ihr Tun und Ihr …

Nützliche Tools zur Selbstorganisation

Als Selbständige sind Sie frei – niemand schreibt Ihnen vor, was Sie wann wie zu tun haben. Das bedeutet gleichzeitig, selbst dafür Sorge zu tragen, dass Sie das Wichtige und Richtige zur rechten Zeit tun. Und es bedeutet, Lust und Unlust auch innerlich zu balancieren. Wie finden Sie für sich gute Ordnungen – sowohl innerlich als auch äußerlich? Welche Hilfsmittel und Tools können dabei helfen? Meine Erfahrung ist, dass Menschen sehr verschieden sind, in der Art und Weise sich zu organisieren. Daher sind nicht für alle die gleichen Lösungen die richtigen. Es braucht ein Ausprobieren, was bei Ihnen funktioniert. Oder Sie stellen fest, dass eine Lösung, die eine Weile nützlich war, nicht mehr richtig ist- weil Ihr Unternehmen gewachsen ist oder weil es neue Organisationsbedarfe gibt. Gestehen Sie sich zu, Ordnungssysteme zu wechseln. Hauptsache, sie erfüllen ihren Zweck. Was sich bei mir bewährt hat: Excel Sehr nützlich ist Excel. Dieses Programm kann unglaublich viel und ich beherrsche vermutlich nur einen Bruchteil davon, aber das stört mich nicht. Was ich an Excel liebe, ist seine Variabilität. …

Hochbegabung und Gründung Teil III

Kreativität und Ordnung Erfolgreich ist eine gute Geschäftsidee leider nicht von selbst – irgendwo zwischen Genialität und stetigem Aufbau liegt der Geschäftserfolg. Daher gilt es, gute Strukturen zu schaffen. Manche Hochbegabte sind sehr strukturiert – andere tendieren zum kreativen Chaos. Wer zur letzten Gruppe gehört, wird Mittel und Wege finden müssen, den eigenen Tages- und Wochenablauf so zu planen, dass Wichtiges geschieht und nur Unwesentliches liegen bleibt. Es gilt, der Kreativität und den Wachstums-Impulsen Raum zu lassen – und dennoch Ordnungen zu finden. Das braucht Ausprobieren. Was ist eine gute zeitliche Ordnung? Wie können Pläne und Listen aussehen, die dafür sorgen, dass nichts Wichtiges vergessen wird? Wann ist die Planung zu eng, wann ungenügend? Man macht sich ja schließlich nicht selbständig, um Sklave der eigenen Ordnung zu werden….. Andererseits ist schon so mancher kreative „Daniel Düsentrieb“ daran gescheitert, Steuertermine im Blick zu behalten. Wer solo-selbständig ist, wird zum eigenen Chef und zum besten Mitarbeiter, zur Kreativ- und zur Marketing-Abteilung. In Personalunion sind Sie: * Chef und Führungskraft Der Chef darf die strategische Linie bestimmen. Sein …

Hochbegabung/Gründung – Herausforderungen

Hochbegabt zu sein, ist nicht nur Segen. Womit tun sich Hochbegabte schwer, wenn sie gründen? In die Welt entlassen, was nicht perfekt ist Um etwas in die Welt zu bringen und zu veröffentlichen – und dies ist bitter nötig, wenn man sich selbständig macht – braucht es Festlegungen. Wie ist der Name des Unternehmens? Mit welchen Worten soll das Angebot beschrieben werden? Was genau ist überhaupt das Angebot – und was nicht? Jede Gründung braucht die Balance zwischen Fortentwicklung und Setzung. Die Homepage sollte sich nicht täglich ändern. Eine Corporate Identity zu schaffen bedeutet, einem Unternehmen über längere Zeit ein feststehendes Gesicht zu geben. Dies fordert Entscheidungen – angesichts der Vielzahl MÖGLICHER Varianten eine echte Herausforderung für hochbegabte Gründer und Gründerinnen. Hochbegabte sind meist sehr perfektionistisch. Ihr vernetztes und anspruchsvolles Denken sucht permanent Verknüpfungen und reicht weit in die Tiefe einer Materie. Hochbegabte wissen sehr genau, dass jede Aussage eine Setzung ist. Etwas IST in der Regel nicht einfach so, sondern irgendjemand beschließt zum jetzigen Zeitpunkt, etwas so und nicht anders zu formulieren. Es könnte …

Hochbegabung und Gründung

Hochbegabte haben meist einen ziemlich eigenen Kopf. Sich anzupassen, wenn die Dinge um sie herum sub-optimal sind, fällt ihnen schwer. Lähmende Strukturen, Chefs ohne Visionen, tägliches Büro-Einerlei – das füllt Menschen nicht aus, die das Bedürfnis nach Sinn und Inspiration haben. Hochbegabt – was ist typisch? Erstmal gilt es mit einem Vorurteil aufzuräumen. Viele meinen, hochbegabt seien nur diejenigen, die eine „Insel-Begabung“ haben, die also wie Mozart oder Einstein durch stetige Genialität auf sich aufmerksam machen; Menschen, die in EINEM Bereich Bedeutsames leisten. Sie selbst kommen sich dagegen viel zu unspektakulär vor: Sie interessieren sich irgendwie für alles und sind in allem mehr oder weniger gut; nichts sticht hervor. Das Etikett „Hochbegabung“ ist ihnen peinlich. „Ich doch nicht, oder?“ In Beratungen kommen nur wenige zu mir, die wissen, dass sie hochbegabt sind. Oft entsteht bei MIR eine Mustererkennung, die mich nach dem Thema Hochbegabung fragen lässt. Es gibt Stichworte und Erzählungen, die typisch sind für Hochbegabte: * Sie sind intrinsisch motiviert, d.h. sie WOLLEN lernen und sich entwickeln und denken dürfen. Jobs, die ihnen zu …

Ihr Alleinstellungsmerkmal

Wie können Sie sich gut positionieren? „Alleinstellungsmerkmal“ – Die meisten Gründer und Selbständigen quält dieses Wort. Was mache ich, was einzigartig ist, noch nie da gewesen? Wie kann ich mich so markant von meiner Konkurrenz abheben, dass alle zu mir kommen? Na ja, es müssen ja gar nicht alle kommen, aber genug, so dass ich davon leben kann. Die meisten Berater hingegen lieben dieses Wort. Sie fragen gerne danach, was neu und einmalig ist an der Gründungsidee Ihres Gegenübers. Die Frage ist wichtig, aber wie lautet die Antwort auf einem Markt, wo es jedes Angebot nicht nur einmal gibt, sondern in zigfacher Ausfertigung? Je voller der Markt ist, desto größer ist die Notwendigkeit, Unterschiede sichtbar zu machen. Und viele Teil-Märkte sind dicht-gefüllt: Es wimmelt nur so von Coaches, BeraterInnen, TherapeutInnen und SupervisorInnen, die gut ausgebildet und kompetent sind. GrafikerInnen gibt es ebenfalls reichlich. Wer sich als HeilpraktikerIn selbständig macht, fragt sich gewiss selbst, wie man einen Platz finden kann auf einem dicht gefüllten Markt, wo viele, die schon lange im Geschäft sind, nicht leben können …

Hilfreiche Kritik II – Innere Stimmen

Kritik kommt nicht nur von außen – wir selbst sind in der Entwicklungsphase neuer Ideen  voll von kritischen Stimmen. Zwar gibt es Seiten in Ihnen, die sich begeistern können – aber es gibt auch innere Skeptiker. „Das gibt’s doch schon hundertmal. Das ist doch gar nicht originell,“ tönt eine Stimme in Ihnen. Eine andere meldet sich mit den Worten: „Du hast gar keine richtige Ausbildung für das, was Du da machen willst. Da gibt es doch viele andere, die sind viel besser als Du“. Und ein Dritter gibt zu bedenken: „Das ist doch undurchführbar. Wie willst Du das überhaupt umsetzen?“ Ihr inneres Team diskutiert und neben positiven, vorwärts gewandten Teilen gibt es jede Menge innere Kritiker und Bedenkenträger, die das Haar in der Suppe finden. Dabei fallen Einwände, die wichtig sind. Ihr Plan wird abgeklopft, gedreht und gewendet, damit er dann, wenn er in die Welt geht, der Wirklichkeit standhalten kann. Leider sind jedoch bei Vielen kritische innere Stimmen so ausgeprägt, dass das Abklopfen, Drehen und Wenden kein Ende nehmen will. Anstrengend ist das. Und …