Autor: Astrid Hochbahn

Mobbing

Mobbing kann ganz leise anfangen Da ist einer oder eine Gruppe von Menschen, die anfängt, einen anderen Menschen abzuwerten, auszugrenzen. Ihn blöd dastehen zu lassen. Manchmal absichtlich, manchmal ohne Kalkül. Er ist doch komisch, oder? Eigenartig. Verhält sich nicht so wie wir. Er gehört nicht zu uns… Mit ihm will man nichts zu tun haben. Nicht mit so einem….. Einer oder mehrere sind aktiv und treiben das Mobbing voran. Sie haben meist gute Gründe dafür. Manchmal waren sie es selbst, die einst Mobbing-Opfer waren und geben nun weiter, was sie selbst erfahren haben. Manchmal sind sie unsicher und stärken so ihre Position in der Gruppe. Manchmal haben sie handfest etwas zu gewinnen, indem sie jemand anderen abwerten. Prestige, Anerkennung, einen guten Platz in der Gruppe. Manch einer profitiert sogar direkt und erkämpft sich durch Mobbing eine Position. In ganz schlimmen Fällen setzt eine Institution oder Firma Mobbing bewusst ein – wir kriegen Frau Meyer nicht mit legalen Mitteln aus ihrem Job. Sie hat sich nichts zu schulden kommen lassen. Doch mal schauen, ob sie es …

Gründen im Team

Drum prüfe, wer sich „ewig“ bindet….. Im Team gründen klingt verführerisch: Das Risiko gemeinsam tragen. Jemanden an der Seite haben, der mitplant, mitdenkt, mitbebt. Nicht alleine sein mit allen Ängsten, Sorgen, Fragen und Gedanken. Geteiltes Leid, doppelte Freude. Geteilte Arbeit, doppelter Erfolg. Und es stimmt. Erfolgreiche Gründer-Teams berichten davon, wie konstruktiv der Austausch ist, und wie sehr sich verschiedene Kompetenzen ergänzen. Wenn einer den Kopf hängen lässt, hat der andere gerade Mut. Immer gibt es einen Partner, der Lust hat, das Konzept zu diskutieren. Ideen fliegen wie Bälle hin und her. Wenn es hektische Zeiten gibt, kann man die Arbeit verteilen. Wovor der eine Angst hat, das fällt eventuell dem anderen leichter. Es gibt also gute Gründe, nicht alleine zu gründen. In der Gründungsforschung wurden Studien durchgeführt, die nahe legen, dass Teamgründungen erfolgreicher sind als Einzelgründungen. Breit diskutiert wird die These, dass vor allen Dingen heterogene Teams davon profitieren, dass verschiedene Kompetenzen zusammen kommen und Defizite der Einzelnen ausgleichen. Ca 20 % der KMU (kleine und mittlere Unternehmen) werden von Teams geleitet. Auch viele Startups …

Ein Hoch auf die Unlust

Du sollst etwas tun und hast keine Lust. Du beginnst den Tag und weißt gar nicht, was Du tun sollst – alles, was Dir einfällt, löst Unlust bei Dir aus. Jemand möchte etwas von Dir – bei Dir meldet sich Unlust. Was sagt die Unlust? Ich will das nicht tun. Ich mag nicht. Ich will gar nichts tun. Ich will etwas anderes tun. Ich weiß gerade gar nicht, was ich tun will…. In unserer Gesellschaft hat die Unlust einen schlechten Ruf. Tritt sie auf den Plan, muss sie sofort bekämpft werden. Eine besondere Hunderasse, die sog. Schweinehunde sind angeblich verantwortlich für die Unlust. Sie wohnen in Deinem Inneren und müssen jetzt verjagt werden, damit Du möglichst viel schaffst. Keiner verspricht, dass die Lust wieder auftaucht, wenn die Schweinehunde bekämpft wurden. Pflichterfüllung ist die Belohnung für ihr Verschwinden. Du tust, was Du tun sollst. Was Du Dir vorgenommen hast. Was gut für Dich wäre….. Genügend Sport machen Salat und Gemüse essen Unerfreuliche Arbeiten erledigen Aufräumen Hand aufs Herz – hast Du schon mal einen Schweinehund bei …

Das liebe Geld….

Geld ist immer das Ergebnis Deiner Überzeugungen, Entscheidungen, Gedanken und Gefühle über Geld   Wer sich selbständig macht, will schnell möglichst viel Geld verdienen – würden vermutlich die meisten annehmen. Faktisch ist das Verhältnis von Gründern und Gründerinnen zum Geld erheblich komplexer Geld ist alles andere als etwas Nüchternes. Am Geld kleben Gefühle, Erinnerungen, Vorschriften, Glaubenssätze und Erwartungen, die uns meist nur undeutlich bewusst sind. Wir beklagen vielleicht unsere „Irrationalität“ im Umgang mit Geld, wenn wir uns Luxus-Käufe leisten, das Konto wieder mal überzogen ist oder wenn wir etwas unbedingt haben wollten und gekauft haben, was sich zuhause dann als Fehlkauf entpuppt. Doch nicht nur beim Geld ausgeben und Geld verwalten spielen Gefühle eine große Rolle, auch beim Geld verdienen. Je nachdem, welche Vorstellungen wir mit dem „Geld haben“ und „Geld bekommen“ verbinden, fällt es uns leicht oder schwer, es zu uns einzuladen. Schließe für einen Moment die Augen und frage Dich, was Du mit dem Wort „reich“ verbindest. Sind Deine Assoziationen positiv? Verbindest Du Fülle und Vermögen mit diesem Begriff? Oder kommen negative Bilder …

Geeignet für die Selbständigkeit?

Teil 1: Wer kann unternehmerische Eignung attestieren? Eine Kundin erzählt von einem Gründungsseminar. Sie bekommt Input, sie engagiert sich – am Ende bekommt sie das Feedback, sie solle ihr Geld lieber weiterhin als Kassiererin verdienen. Sie sei als Unternehmerin ungeeignet. Wohlgemerkt – wir sprechen über eine Akademikerin. Mir bleibt die Luft weg, wenn ich solche Erzählungen höre. Auf welcher Basis erlaubt sich ein Referent nach kurzen Eindrücken innerhalb eines Seminars ein solches Urteil? Mit welcher Berechtigung maßen sich Berater an, nach kurzer Zeit über die generelle unternehmerische Eignung eines Menschen zu urteilen? Ich staune immer wieder über die Selbstverständlichkeit mit der Menschen glauben, solche Urteile fällen zu können und zu dürfen. In der Berater-Szene rühmt sich so mancher, dass er schnell einschätzen kann, ob „jemand das Zeug dazu hat“…. Andere brüsten sich unverblümt, dass sie kein Blatt vor den Mund nehmen: „Das sage ich jemandem offen ins Gesicht, wenn ich ihn für ungeeignet halte“ Frage: Welche Bilder von Unternehmertum und Selbständigkeit kursieren da? Was nimmt ein Berater wahr? Mit welchem Selbstverständnis ist er unterwegs, dass …

Die Kunst, NEIN zu sagen

Am Anfang geht es vor allen Dingen um Aufträge, später um Balance….. Die Anfangsphase einer Gründung ist für fast jede*n von der Sorge geprägt, dass es nicht klappt. Geht mein Geschäftsmodell auf? Bin ich gut genug? Gibt es Menschen, die haben wollen, was ich anbiete? Und vor allen Dingen genügend viele? Wie lange wird es dauern, bis ich von meiner Selbständigkeit leben kann – bzw. wird mir das überhaupt gelingen? Eine bange Zeit und mancher hat die eine oder andere schlaflose Nacht. Das Ziel: Genügend Aufträge, genügend Kunden. Die Idee: Dann habe ich es geschafft. Dann ist es leicht. Dann fühlt sich die Selbständigkeit sicher und entspannt an. Dann beginnt eine Zeit der Leichtigkeit. Stimmt das? Ja. Natürlich. Es ist hoch-befriedigend zu merken, dass die eigene Idee ankommt. Es ist ausgesprochen beruhigend, wenn genügend Geld reinkommt und das Bankkonto im Plus ist. Es gibt einen inneren Teil, der zur Ruhe kommt, weil das Projekt Selbständigkeit gelingt. Bei den meisten. Doch selten tritt ein, was einst die Idee war: Ruhe, Frieden, Wohlgefühl und Entspannung. Denn was …

Wer geht gerne zu Visitenkartenpartys?

Oder: Wie geht gutes Netzwerken? Vor einigen Wochen waren ich in Haus Marck; das ist ein Wasserschloss südlich von Tecklenburg. Eingeladen hatte die Hausherrin, Ricarda von Diepenbrock-Grüter im Rahmen eines Unternehmerinnen-Frühstücks der IHK-Frauen. Ein wunderschöner Ort. Nette Frauen. Ein tolles Buffet. In der Sonne sitzen, plaudern und ins Grün und auf die Gräfte schauen. So gefällt mir Netzwerken. Ich liebe es, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Es gibt so viele Veranstaltungen, Vorträge, Seminare und Netzwerk-Treffen. Soll man überall hingehen? Oder nur zu den „nützlichen“? Aber welche sind das? Wie geht produktives Netzwerken? Ich habe irgendwann beschlossen, dass ich nicht überall sein kann – dann käme ich nämlich nicht mehr zum Arbeiten. Also suche ich mir die raus, die mich interessieren und bei denen ich mich wohl fühle. Frei nach dem Motto: Wenn es mir gut geht und die Energie fließt, dann passt auch was. Was macht das eine Netzwerk-Treffen angenehm, das andere nicht? Warum sind die Visitenkartenpartys bei den meisten so unbeliebt? Da kommen einige Punkte zusammen: Wenn Du zu einer solchen Veranstaltung …

Schneller, höher, weiter…

Eigentlich läuft es doch ganz gut. Gemessen an dem, was Sie sich mal vorgenommen hatten, sind Sie erfolgreich. Wichtige Ziele sind erreicht. Sie können von Ihrer Selbständigkeit leben. Sie haben erste Aufträge… Doch dann sprechen Sie mit einem Kollegen und stellen fest: Er kann bei seinen Kunden viel höhere Honorare durchsetzen als Sie. Oder Sie sehen, dass ein wichtiger Mitbewerber es geschafft hat, einen Kunden zu gewinnen, bei dem Sie gerne landen wollten. Sie stellen fest, dass andere weiter sind, sich offensichtlich besser vermarkten können, selbstbewusster verhandeln oder interessante neue Angebote haben. Machen Sie etwas falsch? Neid steigt in Ihnen hoch. Sorge. Agieren Sie am Markt vorbei? Werden Sie zukünftig weniger Erfolg haben? Die Konkurrenz im Blick Als UnternehmerIn müssen Sie den Markt und Ihre MitbewerberInnen im Blick haben. Für Ihren unternehmerischen Erfolg ist es essentiell, wichtige Entwicklungen nicht zu verpassen: Ihre Mitbewerber sind in den sozialen Medien aktiv – wie lange können sie es sich leisten, nicht dort zu sein? Gefühlt alle haben einen Blog – sollten Sie nicht auch bloggen? Ihre KollegInnen haben …

Dein innerer Kritiker

Sie stehen in den Startlöchern, sich selbständig zu machen? Sie sind selbständig und denken über neue Projekte und Geschäftszweige nach? Sie sind DesignerIn, MusikerIn, AutorIn oder KünstlerIn und Ihr Job ist die Produktion und Gestaltung kreativer Ideen? Genial oder ein Flop? Alle, die etwas Neues erschaffen – ob im Bereich Kunst oder Musik, als UnternehmerIn oder als Führungskraft – kennen die innere Frage: Ist das genial, was ich hier tue – oder wird das ein großer Flop? Bevor wir mit Neuem in die Welt gehen, findet in uns ein innerer Abwägungsprozess statt. Wir versuchen abzuschätzen, ob unser Tun gut ankommen wird. Aus ganz handfesten Gründen, weil wir Geld verdienen wollen mit einer Idee, einen Auftraggeber zufrieden stellen wollen oder weil uns Inhalte am Herzen liegen. Aber auch weil wir etwas von uns hinein geben in ein Werk. Sie stecken selbst in dem, was Sie in die Welt bringen wollen – sei es ein Theaterstück, Ihre Kunst oder Ihre Selbständigkeit. Sie nehmen etwas von sich, formen es und geben sich hinein in Ihr Tun und Ihr …

Gründen ist ein hoch-kreativer Prozess

Niemals aufgeben! Unsere größte Schwäche ist das Aufgeben. Der sicherste Weg zum Erfolg besteht darin, immer wieder einen neuen Versuch zu wagen. Thomas Edison Wer sich selbständig macht, schafft etwas Neues – auch wenn es die Geschäftsidee selbst schon vielfach gibt. Selbst ein Franchise-Konzept will an einem Standpunkt neu umgesetzt werden, soll es wirtschaftlich erfolgreich sein. Jemand aber, der eine eigene Idee schafft und umsetzt, begibt sich auf einen Weg, der vergleichbar ist mit anderen schöpferischen Prozessen. Zum Finden gehören Umwege Jeder Schuss ein Treffer? Zu Suchprozessen gehört es, dass wir auch in Richtungen denken, die wir am Ende verwerfen. Edison ging als Erfinder der Glühbirne in die Geschichte ein (und er erfand noch viele andere nützliche Dinge), doch von ihm stammt auch der Satz „“Erfinden: Ein Prozent Inspiration – und 99 Prozent Transpiration“. Wer keine Fehlversuche erträgt, verfängt sich im inneren Gedankenkino. Versuch und Irrtum gehören dazu und so entwickelte Edison bahnbrechenden Erfindungen und irrte erheblich, als er auf Gleichstrom statt auf Wechselstrom setzte. Und die Zeit war auch noch nicht reif für die …